Mittwoch, 1. März 2017
°°°Out of Control°°°
"I feel like I'm spinning out of control
Try to focus but every thing's twisted
And all alone I thought you would be there
To let me know I'm not alone
But in fact that's exactly what I was"
(Hoobastank - Out of Control)

Das beschreibt die Situation wohl am besten...
Es ist viel passiert. Und die Enttäuschung ist am größten. Die Enttäuschung darüber, wie sehr man sich in Menschen irren und buchstäblich täuschen kann.

Die Beziehung war schon lange für die Tonne, aber aufgeben kommt für mich nicht in Frage. Zumindest kam es das lange nicht. Kämpfen und kämpfen, immer weiter, fast bis zur völligen Selbstaufgabe. Viele Kilos weniger und ein psychosomatisch verdorbener Magen, der aufgrung starker Mangelernährung nur noch Blut gespuckt hat, zog am Ende die Reißleine. Wer die Beziehung am Ende aufgegeben hat, ist unklar. Mir wird nachgesagt, ich habe sie über ein soziales Kommunikationsnetzwerk namens WhatsApp beendet. Dabei habe ich lediglich auf die Frage: "Wann kann ich meine Sachen abholen, wann holst du deine ab" geantwortet, dass ich das noch nicht wisse. Zumal die Frage kam, nachdem ich zuvor mehr als 24 Stunden in allen sozialen Netzwerken blockiert worden bin, weil wir uns 4 Tage lang nicht gesehen haben...

Jahrelange Lügengeschichten...eine Parallelwelt...und zu guter letzt auch noch Fremdficken in der eigenen Wohnung. Alles habe ich versucht richtig zu biegen und grade zu rücken und habe die Situation angenommen wie es war. Jedesmal mit dem Satz: "Wir kriegen das hin." Und heute weiß ich - "Nein! Kriegen wir nicht." Es hat über ein Jahr gedauert das zu verstehen. Nicht ich war oder bin die Person in der Beziehung gewesen, die sich hätte entschuldigen oder rechtfertigen müssen, sondern sie. Sie hat die Scheiße gebaut. Sie hat mir Märchen von einer toten besten Freudin erzählt, die in ihren Armen gestorben sei. Sie hat mein Vertrauen missbraucht, meine Geduld auf die Probe gestellt, mich gefordert bis auf's äußerste...Wieso bin ich immer wieder auf sie zugegangen und habe versucht alles grade zu biegen?

Weil sie krank ist? Ist sie überhaupt krank? Kann man Borderline vortäuschen? Regelmäßig so ausrasten wie sie? Lieb mich, hass mich. Komm her, geh weg. Heulend im Bett liegen, obwohl nichts passiert ist. Pläne für die Woche oder nächsten zwei Tage machen - undenkbar...Dass ich das aber alles hingenommen habe, das war für sie selbstverständlich und eine Grundvoraussetzung. Ich bin ausgelacht worden von ihr, als ich sagte, dass sie mal ein wenig Dankbarkeit zeigen könne, dafür, dass ich ihr ihre krassen Lügenmärchen "verziehen" habe. Ausgelacht. Ernsthaft ausgelacht. So sprachlos war ich in meinem ganzen Leben glaube ich nicht. Sie sagte, dass das wohl selbstverständlich sei, denn es sei meine freie Entscheidung mit ihr zusammen zu sein. Ich fand die Aussage unglaublich. Und sehr auf dünnem Eis gebaut.
Schreiend und Haare reißend ist sie durch die Nachbarschaft gelaufen. Im Regen. Auf Socken. Sich bis ins Blut kratzend. Ich solle sie in Ruhe lassen. Am selben Tag an dem sie mir per WhatsApp geschrieben hat, sie sei fremd gegangen. Ich sei selbst Schuld daran. Sie habe keine Aufmerksamkeit bekommen. Ich sei immer müde oder zu sehr mit anderen beschäftigt...

Es ist tatsächlich sehr kräftezerrend, wenn man Vollzeit in der Sozialen Arbeit tätig ist, den ganzen Tag von Klienten umgeben ist, die schon anstrengend genug sind und du zu Hause deinem 24-Stunden-Job weiter nachgehst, weil deine Partnerin sich nach einem Jahr selber als Abbild einer Klientin herausstellt. Wo soll man die Kraft dafür her nehmen, wenn man in weniger als 12 Wochen bereits 20 Kilo abgenommen hat, weil man vor lauter Stress nur noch am kotzen ist?!
Fordern. Das konnte sie. Immer mehr. Immer weiter. Immer höher hinaus. Und wenn ich dachte, dass sie mich mit nichts mehr schocken oder verletzten kann, weil Fremdgehen bereits das höchste der Gefühle war, so hat sie es dennoch geschafft, mit ihrem Verhalten und mit ihren Äußerungen immer und immer wieder eins drauf zu setzen. Und ich habe alles mit mir machen lassen. Wieso lässt man sowas überhaupt so lange und so extrem mit sich machen? Aus Mitleid? Aus Angst? Aus Liebe? Aus den positiven udn schönen Erinnerungen, die man zusammen hat? Aus der immer dagewesenen Hoffnung, dass die Situation, die Beziehung wieder besser wird? Es wird wohl eine Mischung aus allem sein...

Immer wieder neue Lichtblicke, die dann mit einer eisernen Dunkelheit überdeckt worden sind. Die Stimmung war eisig. Große Verlustängste ihrerseits, große Beklemmungen meinerseits. Trotz getrennter Wohnungen, haben wir tagtäglich aufeinander gehockt. Richtig schlimm wurde es mit ihrem Dauerkrankenschein. Sie war nur noch zu Hause. Außer, sie ging eine kleine Runde mit dem Hund, den sie von mir bekommen hat, den sie unbedingt haben wollte, weil sie sich soooo sicher war, dass es ihr mit einem Hund besser ginge. Lange Zeit habe ich mich dagegen gewehrt und am Ende hat sie selbst diesen irrsinnigen Plan bei mir durchbekommen. Und der Hund ist bei ihr geblieben. Armes Ding...Irgendwann haben wir nur noch gestritten. Tagtäglich. Ich war aus der Tür noch nicht ganz raus morgens, da fing das schon an, zog sich über meinen Arbeitstag fort und endete erst, als sie oder ich eingeschlafen sind. Schlafen war zu dieser Zeit meine kurze Zeit der Entspannung. Dabei bin ich nichtmal ein guter Schläfer. Ich bin eher der Ich-wälze-mich-erst-noch-Stunden-lang-durchs-Bett-muss-noch-5-Mal-aufs-Klo-und-auf-dem-Rückweg-kann-ich-ja-noch-3-Kippen-rauchen-Schläfer...Aber da war ich abends so müde, dass ich manchmal um 17 Uhr eingeschlafen und erst am nächsten Tag um halb 8 aufgewacht bin. Immer noch müde. Erschöpft. Ausgebrannt.

Und das viel zu lange...

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